Sozialer Wandel

Sozialer Wandel: War früher wirklich alles besser?

Sozialer Wandel geht durch den Magen

Letzthin bekamen wir eine private Einladung zu einem Dinner. Aber zu einem ganz besonderen Abendessen. Denn wir werden als Versuchskaninchen für eine neue Errungenschaft unserer Gastgeber fungieren. Unsere Mahlzeit wird von einem Kochroboter zubereitet werden. Wir sind schon sehr gespannt darauf.

 

Wie sozial ist ihr Kühlschrank?

Es wird bestimmt nicht mehr so lange dauern, da wird dieser Kochroboter mit dem Kühlschrank verbunden sein, der meldet was da ist und was fehlt, für die geplanten Mahlzeiten und Snacks. Er wird die Vorlieben und Abneigungen der Besitzer kennen. Diese Informationen werden an den bevorzugten, oder auch nach Angebot entsprechenden Supermarkt weitergeleitet, der wiederum die Ware per Boten in ihr Zuhause sendet. Vielleicht steht dann ein kleiner Roboter mit dem bestellten Einkauf vor der Türe.

 

Die Versicherung weiß Bescheid.

Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Und mir fällt dazu noch eine kleine Geschichte ein. Ein Kollege am Institut für Soziologie spielte vor einigen Jahren mit dem Gedanken, dass sich Folgendes in naher Zukunft an einer Supermarktkassa abspielen werde. Jemand legt unter anderem ein paar Biere auf das Förderband und wartet geduldig, bis die Kassiererin alle Produkte über den Scanner gezogen hat. Doch halt – die Karte des Konsumenten, Bargeld gibt es nicht mehr, meldet, dass die Wochenration an Alkohol mit den hier auf dem Band liegenden Bieren überschritten wäre. Das wiederum ist ein Übereinkommen mit der Versicherung, die nur deshalb die vergünstigte Prämie anbietet, weil eine diesbezügliche Vereinbarung mit einem Arzt stattfand. Darin wurde – und das gibt es ja in gewisser Weise schon – ausgemacht, dass nur eine bestimmte Menge an Genussmittel konsumiert werden dürfe um der Gesundenvorsorge genüge zu tun.

 

Da ist keine Kassiererin weit und breit.

Sie können bei oben erwähnter Geschichte vermutlich nicht mal mehr mit der Kassiererin verhandeln. Mein Kollege meinte damals, vielleicht ließe sich die Kassiererin breitschlagen, wenn es gelänge ihr glaubwürdig zu machen, dass die Biere nicht für den Käufer sondern für seine Gäste wären. Aber es wird ziemlich sicher bald keine Kassiererin im klassischen Sinne mehr geben. Wer heute einkaufen geht, kann beobachten, wie in den großen Supermärkten gerade die heutigen Kassierer dabei sind sich selber abzuschaffen. Sie helfen den Konsumenten dabei zu lernen mit dem neuen System der Kassierautomaten umzugehen. Das System verbessert sich zudem so immer mehr.

 

Wir alle müssen mit diesem sozialen Wandel mit.

Der technische Fortschritt, die damit einhergehenden Arbeitsplätze und –bedingungen haben schon immer den Wandel massiv vorangetrieben. Obwohl wir das wissen, beobachten und daraus lernen könnten, tendieren das Gros der Gesellschaftsmitglieder eher mit Passivität. Es wird weder großartig dagegen protestiert, noch aktiv das Neue in den Alltag integriert. Vielfach wird ängstlich abwartend verharrt und Chancen mit Ungewohntem zu reüssieren, was Brauchbares zu entdecken oder einfach nur Freude daran zu haben, werden vertan.

 

Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.

Wenn man nur abwehrt und sich fürchtet wird es sehr schwierig mit neuen Entwicklungen mitzuhalten. Man muss sich eingestehen, dass es so oder so passiert. Besser man nutzt das Neue um sich und sein Unternehmen, sofern man eines hat, noch besser zu positionieren. Auch da sind den Ideen und Fantasien keine Grenzen gesetzt. Man kann sich ja mal vorstellen und auch teilweise nachlesen, inwieweit und welche Bereiche die Industrie 4.0 verändern wird. Wissen gepaart mit Intuition und Mut für Unbekanntes kann ein Rezept darstellen, dass ein zukunftstaugliches Gericht hervorbringen vermag.

Guten Appetit!