Theaterplakat: Re:Play — Our Game. Your Choice.

Unser tägliches Leben ist von Entscheidungen geprägt. Von der Ziffernauswahl in der Telefonwarteschleife über die Lebensmittelauswahl im Supermarkt und Dating-PartnerInnen auf Tinder bis hin zur Wahl politischer Vertreter treffen wir täglich unzählige Entscheidungen, groß wie klein.

Und dabei werden wir zweifelsohne manipuliert. Werbung, Gesundheitstipps, Schönheitsideale und politische Versprechungen prasseln auf uns ein und beeinflussen auch die noch so kritischen Geister. Musik spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Die beruhigende, zum Kauf animierende Supermarktmusik, ein Spannung erzeugender Filmsoundtrack und mitreißende politische Lieder die Freundschaft, Heimatgefühl und Kampf besingen.

Das Theaterplakat in Wien: erfassbar und pointiert

Das Theaterplakat für das Wiener Immersive Theaterstück von Netzzeit greift dieses Konzept mit einem eindeutigen und merk(ens)würdigen Keyvisual mit auf: Ein Avatar, eine Mischung aus Spielfigur, Theaterikone, politisch inkorrektem Vintage-Comic und Vinyl-toy-design. Adaptionsfähig. Plakativ.

Was passiert nun bei Re:Play? 

Komponist Clemens Wenger („5/8ln in Ehr’n“) und seine eigens zusammengestellte Band „Die freie Kunst“ werden die TeilnehmerInnen ebenso zu manipulieren wissen, wie das so manche visuellen Eindrücke und Anweisungen einer gestrengen Lehrerin tun werden. Rapper setzen Entscheidungen der TeilnehmerInnen urplötzlich verbal um und zeigen, dass das Wort ebenso mächtig ist wie die Musik. Spielleiter erklären, verleiten, verführen und helfen – manchmal caritativ, manchmal mephistophelisch. Ein soziologischer Versuch zwischen Spiel und Ernst. Und natürlich fehlen auch bei RE:PLAY nicht die beiden ExpertInnen, die den Ernst dieser Experimente am entscheidungsoffenen Bürger mit vermeintlich seriöser Objektivität untermauern…

Credits

  • Produktion: Netzzeit
  • Künstlerische Leitung: Nora & Michael Scheidl
  • Regie: Kai Anne Schuhmacher
  • Dramaturgie, Konzept & Buch: Harald Reiweger / Tag 8
  • Musik Clemens Wenger 5/8 in Ehren