Design Trends 2018

Design Trends 2018

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Wie immer diskutieren wir im Team, was sich in den Bereichen Branding, Grafikdesign, Customer Experience, Branded Spaces und mehr getan hat. Und vor allem was funktioniert hat und was nicht. Die Welt dreht sich rasant weiter. Erwartungen an Ästhetik, Geschmack, Design und Usability halten mit dem Wandel Schritt. Als Ergebnis unserer Diskussion und Recherche geben wir eine Prognose für die Design Trends 2018 ab.

 

Verschwimmende Grenzen: Usability, System, Ästhetik

Eine unserer größten Feststellungen ist, dass die Strategie und Ästhetik das System formen und weiterformen müssen. Gerade in unserem heutigen Wandel können wir nicht mehr in starren Fronten denken und alte Muster immer wieder reproduzieren, nur, weil sie mal funktioniert haben. Unserer Auffassung nach muss jedes Projekt jungfräulich betrachtet werden. Die Spielregeln für eine Umsetzung (beispielsweise im Design) hängen von Werten, Charakter und Strategie ab. So kann es durchaus mal sein, dass eine Brand-Identity komplett ohne Logo auskommt, oder den Fokus auf die Bildsprache / Storytelling legt. Es erfolgt ein Regelbruch auf Basis dessen, dass man mit diesen abweichenden Spielregeln ein neues System für Design, Kommunikation, Interior oder Customer Experience entwickeln kann. Die folgenden Punkte für unsere Prognose der Design Trends 2018 sind somit einzelne Moleküle in einem Kosmos von Ästhetik und Funktion. Die Grenzen sind nicht fixiert und verschwimmen.

Design Trends 2018

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Branding 2018: Clean & Strategisch

Die Zeiten von „more is more“ sind endgültig vorbei. Zeitgenössisches Branding ist strategisch und beschäftigt sich mit der Abstraktion von Grundwerten und fokussierten Ideen. So bauen diese Identities auf einer Grundidee auf, die sich wie ein roter Faden durch die folgenden Umsetzungen zieht. Diese Grundidee wird oftmals in einem Raster abstrahiert (Raster: Grundregel für Aufbau eines Designs). Ob das ein Spiel mit Dimensionen, Perspektiven, Unterteilungen, Winkeln oder gar Materialien ist, bleibt der Kreativität überlassen. Was eine große Rolle spielt, ist die Adaptionsfähigkeit des Konzepts. Ganz nach dem Motto: Kann mein Visitenkarten-Entwurf auch ein Verkaufsraum sein, sind Regeln besser, desto mehr sie im größeren Kontext einen funktionierenden Sinn ergeben und die Kundengruppen mit Begeisterung dort abholen, wo sie es sollen. Folgende Arbeiten aus unserer Design Trends 2018-Prognose sind anschauliche Beispiele.

 

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Grafik-Design Brutalismus: In Your Face

Brutalismus ist ein Begriff aus der Architektur der Moderne. Der Name ist Programm. Hier sehen wir meist sozialistisch wirkende Plattenbauten, viel Beton, aber teilweise knallige Farben und typografische Spiele. Wer erinnert sich nicht an die hässlichen Wohngebäudekomplexe, die im Eingang mit großen typografischen Hausnummern in Orange, Gelb und Spinatgrün aufwarteten. Die Neuinterpretation von Brutalismus im Grafik-Design findet sich bereits großer Beliebtheit. Letztes Jahr noch avantgardistisch und künstlerisch sehen wir diesen Trend nächstes Jahr bereits im vollflächigen Mainstream. Einerseits gut, weil hier auch ein neues Verständnis für „rohe“ Elemente im Design geschaffen wird. Es geht nicht darum sich an Details zu verkünsteln, sondern die einzelnen Komponenten richtig auszuwählen und Wert auf deren Qualitäten zu legen. So sieht man hier wunderschöne Typen in absurden Stapelungen oder scheinbar dilettanten Kurven, gemischt mit harten Bildstilen, Farben und weiteren Stilbrüchen. Auch die hässlichsten Elemente finden so in einer neuen Zusammenstellung eine interessante Ästhetik. Pretty much: In your face, deal with it.

 

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Fokus: Typografie

Statt den klassischen Standarschriften, die Designer immer und immer wieder benutzen, arbeiten sie nun vermehrt mit charakterstarken, neuen Typen. Wir sehen italienische Design-Typen aus den 70ern (die wir noch vor 10 Jahren wirklich hässlich fanden) und bringen sie versiert in ein neues Spiel aus Material, Licht, Einrichtung und Product-Design. Oftmals reicht hier die Typografie schon als Basis des Designs, denn diese kann gleichzeitig schön, absurd und kontextuell sein. Derzeit beliebt sind gerade Antiquas die mit dem Strich einer Feder spielen und so auch oft Charakteristika einer Frakturschrift oder Mischtypen der 40er-, 50er-Jahre annehmen. Unsere Prognose für die Design Trends 2018: Das werden wir auch nächstes Jahr noch viel sehen.

 

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Gothic is back: Schrill und modern

Wir sind verwegen bei unserer Prognose für die Design Trends 2018 und sagen: Gothic kommt. Und zwar für jeden. Oben haben wir erwähnt, dass zeitgenössische und beliebte Typen einen Einschlag in Frakturschrift und Blackletter haben. Wir glauben, dass sich das mit dem Grundton des neuen Brutalismus weiter austoben wird. Die neue Art des Gothic spielt mit sozialen Milieus, mit dem Geschmack der Bildungsunterschicht (Satinbettwäsche, Goldkettchen, ömmelige und alte Stofftiere) und bringt sie knallhart in ein Spiel aus neuer, leicht verstörender aber faszinierender Ästhetik. Elemente dieser Mode haben wir schon in der avantgardistischen Kunst-, Mode- und Musikszene gesehen. Gerade in Zeiten, wo Stranger Things und ein nostalgischer Hauch der 80er Jahre sich mit pulsierenden Beats von Gothic und Dark Wave-Musik mischt, glauben wir: Das kommt!

 

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Fazit: Design Trends 2018

In oben genannten Trends sehen wir einen durchgängigen Grundton: Less is more — wähle die Einzelteile und bringe sie in einen funktionierenden Kontext. Die Zeiten in denen man sagte „Mach da mal noch ein Glanzlicht rein, dann sieht das hübscher aus!“ sind endgültig vorbei. Design ist roh und herausfordernd. Es will auffallen und das nicht immer positiv. Die Farbpaletten sind dabei so unterschiedlich wie sie nicht sein könnten. Spielt man mit klassischer Typo, so wird oft in ein schmutziges Farbspektrum gegriffen. Ist die Typografie absurd und eher gothic, so bricht das Konzept mit grellen Farben. Es geht um Auffallen, gerne auch mit absoluter Zurückhaltung. In einer Welt des Massenkonsums, der nicht mehr endenden Medien und dem „White Noise“ der um uns entsteht, wollen wir als Betrachter*innen neue Herausforderungen bekommen.

 

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Quellen: Als Dokument zum Download